Was man hinter einem Winternight-Star-Welpen nicht sieht
Wenn Menschen unsere Welpenbilder sehen, sehen sie kleine schwarze Knödel mit glänzendem Fell, rosa Bäuchlein und verschlafenen Gesichtern.
Sie sehen die süßen Fotos.
Sie sehen die Videos.
Sie sehen den Moment, in dem sie sich verlieben.
Was sie nicht sehen, ist der Weg dorthin.
Für uns beginnt Zucht nicht mit der Geburt eines Wurfes.
Sie beginnt mit einer Frage:
Ist diese Hündin so besonders, dass sie etwas von sich in die nächste Generation weitergeben sollte?
Bei Nascha war die Antwort einfach.
Ihr Wesen.
Ihre Gesundheit.
Ihre Ausstrahlung.
Ihr Charakter.
Sie ist einer dieser Hunde, die Spuren hinterlassen.
Doch zwischen dieser Entscheidung und dem ersten Herzschlag eines Welpen liegen Jahre.
Jahre voller Lernen, Planen und Hoffen.
Ausstellungen in ganz Europa.
Kilometer auf Autobahnen.
Hotels.
Zuchtzulassung.
Gesundheitsuntersuchungen.
DNA-Tests.
Seminare.
Ahnentafeln.
Unzählige Gespräche mit erfahrenen Züchtern.
Und irgendwann sitzt man nachts am Küchentisch und versucht herauszufinden, welcher Rüde am besten zu seiner Hündin passt.
Nicht der berühmteste.
Nicht der nächste.
Sondern der richtige.
Dann beginnt das Warten.
Der Ultraschall.
Die ersten Bewegungen im Bauch.
Die Vorfreude.
Und irgendwann steht die Wurfkiste bereit.
In Gedanken malt man sich aus, wie alles werden wird.
So war es auch bei uns.
Und dann kam die Realität.
Eine lange Geburt.
Sorgen.
Bangen.
Schlaflose Nächte.
Verluste.
Momente, in denen man einfach nur hofft, dass alle durchkommen.
Über solche Momente sprechen viele Züchter nicht gern.
Aber sie gehören dazu.
Denn so wunderschön Zucht sein kann – sie bedeutet auch Verantwortung für Leben.
Und manchmal bedeutet sie Abschied.
Jeder Welpe, den man verliert, hinterlässt eine Lücke.
Ganz egal, wie kurz er da war.
Man vergisst sie nicht.
Nie.
Und trotzdem geht man am nächsten Morgen wieder zur Wurfkiste.
Für die Welpen, die einen brauchen.
Für die Mutterhündin.
Für das Leben, das weitergeht.
Die ersten Wochen bestehen nicht aus romantischen Welpenfotos.
Sie bestehen aus Gewichtstabellen.
Aus Tierarztbesuchen.
Aus Sorgen.
Aus kaltem Kaffee.
Aus Nächten auf dem Sofa neben der Wurfkiste.
Man kontrolliert Bäuche.
Man zählt Welpen.
Man lauscht auf jedes Geräusch.
Und manchmal erschrickt man schon, wenn es plötzlich zu ruhig wird.
Manchmal fragt man sich sogar, ob man stark genug für all das ist.
Doch dann passiert etwas.
Ein Welpe nimmt endlich wieder zu.
Ein Sorgenkind kämpft sich zurück.
Die Augen öffnen sich.
Elf kleine Sterne schlafen friedlich nebeneinander.
Und für einen Moment ist alles gut.
Genau diese Momente sind es, die uns weitermachen lassen.
Oft werden wir gefragt, warum ein Welpe so viel kostet.
Die ehrliche Antwort?
Weil man nicht nur den Welpen bezahlt.
Man bezahlt nicht die acht oder zwölf Wochen, die er bei uns lebt.
Man bezahlt die Jahre davor.
Die Untersuchungen.
Die Ausstellungen.
Die Fahrten.
Die Gesundheitsvorsorge.
Die Tierarztkosten.
Die Decktaxe.
Die Trächtigkeit.
Die Geburt.
Die Aufzucht.
Die Verantwortung.
Und vor allem die Liebe, die in jedem einzelnen Tag steckt.
Wenn wir ehrlich rechnen würden, wäre verantwortungsvolle Hundezucht vermutlich eines der schlechtesten Geschäftsmodelle überhaupt.
Aber darum geht es nie.
Denn wir verkaufen keine Welpen.
Wir begleiten kleine Leben in ihren ersten Wochen.
Und irgendwann geben wir sie in die Hände ihrer Familien.
Das ist der schönste Teil.
Und gleichzeitig der schwerste.
Denn wenn ein Winternight-Star-Welpe auszieht, verlässt nicht einfach ein Hund unser Zuhause.
Ein kleiner Stern verlässt sein erstes Universum.
Und ein kleines Stück unseres Herzens reist mit ihm.
Deshalb wählen wir unsere Familien sorgfältig aus.
Nicht weil wir schwierig sein wollen.
Sondern weil wir Verantwortung tragen.
Ein Leben lang.
Für jeden einzelnen Stern.
✨
Winternight Star
A Light in the Dark